One of us is lying

(29/06/2018)

Schulstress, Liebe, Mord.

Ein Mord während des Nachsitzens: Vier Jugendliche stehen im Verdacht, ihren Mitschüler umgebracht zu haben. Doch wer ist der Täter? War es überhaupt einer von ihnen? Je mehr über sie bekannt wird, umso mehr kommen Zweifel auf. „One of us is lying” ist ein spannender Jugendroman der amerikanischen Autorin Karen M. McManus, die eine Geschichte aus vier unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Die Highschool-Kids Bronwyn, Cooper, Addy und Nate müssen zusammen mit Simon nachsitzen, weil sie mit einem unerlaubten Handy in der Tasche erwischt wurden, als Simon plötzlich zusammenbricht und stirbt. Schnell wird klar, dass er umgebracht wurde und es nur einer der Schüler gewesen sein kann. Aber alle betonen ihre Unschuld und jeder von ihnen behauptet, nur durch ein untergeschobenes Handy überhaupt in dem Zimmer gewesen zu sein. Außerdem war das Opfer bei vielen unbeliebt, denn Simon hatte eine App betrieben, auf der Geheimnisse der Schüler verbreitet wurden, die die Betreffenden nicht nur bloßstellten, sondern manchmal sogar deren Leben zerstörte.

Während die Polizei die Suche nach dem Täter auf die vier Schüler beschränkt, denn auch jeder von ihnen hatte ein dunkles Geheimnis, das Simon veröffentlichen wollte, beschließen sie, sich zusammenzutun und gemeinsam den Mörder zu finden. Dabei müssen sie sich selbst und den unbequemen Dingen in ihrem Leben stellen. Und so erzählt die Autorin die Entwicklung des Falls jeweils kapitelweise abwechselnd aus der Sicht eines anderen Jugendlichen: Bronwyn, die Musterschülerin, die an eine Elite-Uni soll und mit legalen Mitteln ihren Durchschnitt nicht schafft, Addy, die schöne Homecoming-Queen, die sich nur über ihren Freund definiert, aber längst andere Wege sucht, und Cooper, das Sporttalent, dem eine große Basketball-Karriere bevorsteht, aber dessen Image nicht seinem Wesen entspricht. Selbst der Vierte im Bund, Nate, der vorbestrafte Drogendealer, dessen Mutter tot und dessen Vater ein heruntergekommener Trinker ist, und dem jeder den Mord zutraut, ist nicht das, was er scheint.

Mit jedem Kapitel erlebt der Leser die Wandlung der Jugendlichen mit, wie ihre Fassade zerbricht und wie sie zu den Menschen werden, die sie eigentlich sind. Am Ende finden sie nicht nur – unterstützt durch Familie und wirkliche Freunde – die verstörende Wahrheit heraus, sondern haben sich alle positiv weiterentwickelt. Dabei müssen sie sich mit Problemen wie Schulstress, Mobbing, Erwartungsdruck durch Eltern, Freundschaften, erster Liebe und Lügen auseinandersetzen, denn gelogen haben sie alle. Ein Buch für junge Leser, das mit modernen Teenager-Themen, einer gut nachvollziehbaren Gedankenwelt und authentischer Sprache überzeugt.

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