Die grüne Lüge

(28/03/2018)

Lügen über die Ausbeutung von Mensch und Umwelt.

Dieses Sachbuch liest sich spannend wie ein Krimi, aber gleichzeitig macht es zornig und betroffen, denn das meiste, was darin angesprochen wird, ist wirklich kriminell. Es geht um echte „Fälle“, bei denen Firmen sich in Form von „Greenwashing“ ein umwelt- und sozialverträgliches Image geben, das falsch, meist sogar dreist gelogen ist. Opfer sind die Natur und die Menschen.

Die deutsche Journalistin Kathrin Hartmann recherchierte detailliert mit Regisseur Werner Boote für den Film „The Green Lie“ und was sie dabei herausfanden, fasst sie in ihrem Buch „Die grüne Lüge. Weltrettung als profitables Geschäftsmodel“ zusammen. Sie zeigt, wie große Firmen und Konzerne sich unberechtigt ein ökologisches Ansehen verpassen.

Denn ein grünes Image ist in – und viel Geld wert. Die Verbraucher wollen Waren oder Dienstleistungen, die sie bedenkenlos konsumieren können. Und die Marketing- und PR-Abteilungen der Unternehmen, oft unterstützt von scheinbar „grünen“ Organisationen, bieten ihnen das „gute Gewissen“, egal ob es stimmt oder nicht. Denn es geht hierbei um ein sehr „profitables Geschäftsmodell“. Das Unglaubliche dabei: Die Täuschung ist gar nicht so schwer, stellt die Autorin fest, denn die Verbraucher lassen sich einfach und gerne belügen. Das fängt bei Energiegewinnung an, geht über Ernährung bis hin zu Konsumgütern wie Kleidung. Genau das macht das Buch auch für den Leser so schmerzhaft. Kathrin Hartmann nennt für all diese Bereiche konkrete Beispiele, die wir nachvollziehen können, die wir eigentlich hätten wissen können, wenn wir es denn gewollt hätten. Das betrifft jeden von uns. Und so zeigt „Die grüne Lüge“ nicht nur die Missstände auf und nennt unbequeme Fakten, sondern fordert den Leser ganz klar zum Nachdenken auf, wie es mit seinem Konsumverhalten aussieht und was wir alle zur Zerstörung der Welt beitragen. Denn auch wenn wir versuchen uns mit den „Unbedenklichkeitssiegeln“ der Industrie zu rechtfertigen: Unser Wohlstand wird mit der Ausbeutung, manchmal sogar dem Tod anderer Menschen und der Zerstörung der Umwelt bezahlt. Ein wichtiges Buch, das aber auch zeigt, dass es durchaus auch positive Entwicklungen gibt, genauso wie andere Wege.