Der Ernährungs­kompass

(11/05/2018)

Ernährungsstudien verständlich zusammengefasst.

Ernährung ist heutzutage ein viel beachtetes Thema, mit dem sich immer mehr Menschen auseinandersetzen wollen oder müssen. Dabei geht es um Gesundheit, Schönheit, Schlankheit – und natürlich viel Geld. Dem entsprechend groß ist der Markt, auch der der Ernährungsratgeber. Nun präsentiert auch der Wissenschaftsjournalist Bas Kast, der schon verschiedene andere Sachbücher geschrieben hat, ein weiteres zu diesem Inhalt: „Der Ernährungskompass“. Aber bereits beim Untertitel wird deutlich, was sein Werk von anderen unterscheidet: „Das Fazit aller wissenschaftlichen Studien zum Thema Ernährung“, deutet an, dass es nicht um eine Theorie geht, sondern um die Gegenüberstellung der momentanen Erkenntnisse.

Aufgrund eigener gesundheitlicher Probleme wollte sich der Autor „richtig gesund“ ernähren und kam durch die Frage, was das eigentlich wäre, dazu, tiefer in die Materie einzusteigen. Als Journalist detaillierte Recherche gewohnt, fing er an sich mit aktuellen Studien auseinanderzusetzen. Zwei Jahre lang verglich er verfügbares Wissen, um durch Übereinstimmungen und Abweichungen ein möglichst differenziertes Bild zu bekommen. Viele der Studienergebnisse räumen klar mit hartnäckigen Ernährungsmythen auf. Bas Kast erkannte, dass es in diesem Bereich nur so von Vorurteilen und Halbwahrheiten wimmelt und versuchte, diese anhand wissenschaftlicher Analysen aufzuklären. Doch auch bei Ernährungsregeln, die Bestand haben, sagt er uns, warum das so ist.

Dabei ist es natürlich von Vorteil, dass er es als Wissenschaftsjournalist gewohnt ist, komplexe Sachverhalte nachvollziehbar darzustellen. Übersichtliche Diagramme verdeutlichen das Gesagte zusätzlich auf einen Blick. Für alle, denen das manchmal zu akademisch oder zu viel ist, bietet der Autor im „Epilog“ dann eine zweckmäßige Zusammenfassung seiner „12 wichtigsten Ernährungstipps“. Hier erfährt der Leser leicht verständlich, kurz und knapp, was Bas Kast für den Alltag empfiehlt. Das ist praktisch und man kann die Thesen immer wieder schnell nachlesen und sich in Erinnerung rufen. Sicher, einiges ist bekannt, aber selbst für Menschen, die sich viel mit dem Thema befassen, wird sich interessantes Neues finden.